Das Aufstellen des Anliegens

 

Grundsätzliches...

 

Die Ursachen unserer emotionalen und körperlichen Probleme           basieren sehr häufig auf den traumatischen Erfahrungen,                die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben.

 

Bei dem Begriff "Trauma" denken die meisten von uns wohl             zuerst an schreckliche Schicksalsschläge wie Naturkatastrophen, Kriegserlebnisse oder sexuelle bzw. körperliche Gewalt.

 

Zurecht! Natürlich handelt es sich hierbei um extrem               schädigende Erfahrungen, die unser Leben und unseren Alltag bewußt und unbewußt schwer belasten können.            Sie beeinflussen nachfolgend u.a. unsere Gefühlslage, unsere Belastungsfähigkeit, unsere Empathie- und Bindungsfähigkeit und nicht zuletzt auch unser Selbstbild, oft mit verheerenden Folgen für uns und unser                soziales und berufliches Leben!

 

Aber die Ursachen von Traumatisierungen sind nicht immer so deutlich für uns nachzuvollziehen.                          Häufig erinnern wir uns gar nicht mehr bewußt daran, dass irgendetwas früher nicht gestimmt hat.

 

Ersetzen wir den Begriff „Trauma“ -  wie in der Medizin -  jedoch durch den Begriff „Verletzung“,

wird die Befürchtung, dass es auch in unserem Leben zu negativen, prägenden Erlebnissen gekommen                           sein könnte, schnell zur selbstverständlichen Gewissheit.

 

Es leuchtet jedem ein, dass es ein Leben ganz ohne Verletzungen im sozialen Miteinander, in der Familie,                    in Paarbeziehungen, im Beruf oder im Freundeskreis eigentlich nicht geben kann.

 

Unsere Eltern und Großeltern wurden bereits lange vor uns durch ihre persönlichen Lebensumstände geprägt           und geben ihr "Päckchen" oft ungefiltert an uns weiter. Inzwischen weiß man, dass traumatische Erfahrungen die genetischen Informationen in unseren Zellen verändern, und somit spielen auch transgenerationale Einflüsse eine  große Rolle für unserer eigene psychische Konstitution.

 

Wir alle haben somit eigene oder übernommene  „Themen“, die im Verborgenen wirken.

 

Tatsächlich fanden die belastenden (traumatisierende) Einflüsse für viele von uns bereits schon bei der Zeugung       (Vergewaltigung der Mutter), im Mutterleib (Unerwünschte Schwangerschaft, Unterversorgung des Embyos wegen Nikotin-             Alkohl- oder Drogenkonsum der Mutter...usw), bei der Entbindung (Kaiserschnitte, Zangen-und Saugglockengeburten...),              oder in den ersten Stunden, Tagen und Wochen nach unserer Geburt (Brutkästen, Trennung von der Mutter, Adoption, Postnatale Operationen usw.) statt?!

 

Solche frühen Trennungs- und Entbehrungserlebnisse führen zu tiefgreifenden, psychischen Spaltungsprozessen,        die den Nährboden für anschließende Traumatisierungen bieten und meist unser gesamtes Leben prägen. 

 

Hierbei gilt: Je früher die Schädigung stattgefunden hat, desto tiefgreifender ist die Einflußnahme auf unsere Persönlichkeit und unsere emotionale Entwicklung.

 

 

Auf der Suche nach unserer wahren Identität leben wir dann häufig ein fremdbestimmtes, problembeladenes Leben.  Wir fühlen uns in starren Verhaltensmustern gefangen, geben eigene Verletzungen an unsere Kinder weiter (obwohl wir gerade das niemals wollten!!) oder erkranken psychosomatisch.

                                      

Vor diesem Hintergrund entwickelt Franz Ruppert seit 2015, als einer der führenden Psychotraumatologen Deutschlands, die Identitätsorientierte Psychotraumatherapie. Das Aufstellen des Anliegens.